VFnS II – Tag 14: Otranto – Santa Maria di Leuca (de finibus terrae)

Kilometer/Schritte heute: 54,70 / 74.660
Kilometer/Schritte VFnS II: 601,1 / 832.400
Kilometer/Schritte VFnS gesamt: 1.058,4 / 1.498.160
Wetter: sonnig 26C°
Unterkunft: Hotel Terminal 45,0€ mF

Das war also da, mein letzter Tag. Herbeigesehnt und aber auch doch mit viel Wehmut. So wie jedesmal, wenn wieder eine derartige Reise zu Ende geht. Der Morgen begann wieder mal mit einem Sonnenaufgang und es folgte ein strahlend blauer Himmel. Ich ließ unterm Gehen nochmals die letzten zwei Woche Revue passieren, alles in allem eine gelungene Reise, die ich mir noch etwas schwieriger vorgestellt hatte. Die vorgenommenen Etappen konnte ich alle einhalten und auch die Unterkünfte waren größtenteils in Ordnung. Nach der Mittagspause hielt auf einmal ein Auto neben mir und ein älterer Mann bot an mich mitzunehmen. Ich lehnte dankend mit „Solo a Piedi!“ (Nur zu Fuß!) ab und setzte zum Endspurt an. Auf einmal waren die Schmerzen der vergangenen Tage vergessen und ich flog fast meinem Ziel entgegen. Es tauchten sogar auf den letzten 20 Kilometern endlich Wegweiser bzw. Zeichen auf. Ein Wunder, da ich das letzte Zeichen am Tag 3 kurz vor Monte Sant‘ Angelo gesehen habe. Mein Ziel erreichte ich gegen 18:00 Uhr und beendete die letzte Etappe mit den meisten Kilometern mit der schnellsten Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,3 Km/h. Klingt nicht viel aber nach 14 Tagen und insgesamt über 600 Kilometer für mich zum Abschluss noch eine perfekte Leistung.

VFnS II – Tag 13: Lecce – Otranto

Kilometer/Schritte heute: 46,2 / 58.930
Kilometer/Schritte VFnS II: 546,4 / 757.740
Kilometer/Schritte VFnS gesamt: 1.003,7 / 1.423.500
Wetter: bewölkt 26C°
Unterkunft: Hotel Profumo di Mare,63,0€ oF

Auch wenn es besonders schön ist durch Olivenplantagen durch zu gehen. Ich kann sie bald nicht mehr sehen bzw. werden sie mich jedesmal an schmerzende Füße erinnern. Ich freue mich schon auf den morgigen letzten Tag. Nicht weil es mir nicht gefällt oder ich keinen Spass mehr daran habe, sondern weil mein Körper, im speziellen die Füße, nicht mehr mitspielen. Die sehr hohe Kilometerleistung hat ihren Tribut gezollt. Jedesmal wenn ich Asphalt betrete, möchten meine Füße streiken. Auch ist ein kleiner Zeh seit ca. 3 Tagen taub. Bei einem Thru-Hike wäre es an der Zeit für einen Zero-Day. Bei mir geht es übermorgen wieder heim. Angekommen bin ich heute auch. Und zwar um 16:30 Uhr in Otranto. Mit einer, für die derzeitigen Verhältnisse, Spitzenzeit! Zum krönenden Abschluss gibt es morgen noch einen 50+ Kilometer Marsch bei dem ich nochmals alles geben werde.

VFnS II – Tag 12: Brindisi – Lecce

Kilometer/Schritte heute: 45,9 / 58.610
Kilometer/Schritte VFnS II: 500,2 / 698.810
Kilometer/Schritte VFnS gesamt: 957,5 / 1.364.570
Wetter: bewölkt 25C°
Unterkunft: B&B Il Castello 30,0€ oF

Wie die Tage zuvor läutete um 05:15 Uhr mein Wecker. Daheim stelle ich den Wecker mindestens zweimal weiter, auf meinen Reisen jedoch stehe ich egal zu welcher Zeit sofort auf, bzw. bin ich sofort auf hundert Prozent. Ich checkte noch vor 06:00 Uhr aus und ging durch die erwachende Stadt. Eine Bar lag am Weg und so konnte ich wieder einmal frühstücken. Nach einer kurzen Weile war ich dann auch schon aus der Stadt heraußen und ging entlang von weitläufigen Honigmelonenfeldern. Natürlich habe ich mir eine Honigmelone mitgenommen, jedoch nur eine kleine die ich sofort verspeiste. Dann, auf einmal juckte mich was am Arm. Es waren gleich fünf Stechmücken daran beschäftigt mich leer zu saugen. Es wurden immer mehr und ich kam mit dem wegklatschen der Mücken einfach nicht mehr nach. Ich hoffe, mir hat keiner zugesehen, denn ich führt einen Stechmücken-Breakdance auf. Steckmücke an der linken Wade, am rechten Arm, am Hals, im Gesicht, am Knie usw. usf.. Mir reichte es! Ich blieb stehen und holte die Hosenbeine raus, zippte sie auf die Treckinghose und zog meine Regenjacke an. So ging ich, schwitzend, durch die Gegend und traf nach gut zwei Stunden auf einen Plantagenarbeiter, der sich gerade mit einer XL-Dose Mückenspray einsprühte. Ich konnte ihm zwar nicht auf italienisch sagen was ich wollte, aber er verstand mich auch so. Schnell Hosenbeine abzippen, Regenjacke ausziehen und rein in die Giftwolke. Danach hatte ich den ganzen Tag vor den kleinen Blutsaugern meine Ruhe. Es folgten wieder einmal riesige, ruhige und wundschöne Olivenhaine gemischt mit alten und jüngeren Bäumen. Leider zu kurz, denn danach folgte nur noch Ödland. Ich überholte die Pilgergruppe von „Pilgrims Crossing Borders“, unterhielt mich kurz mit ihnen, lehnte ein Zusammengehen ab und zog alleine weiter um nach einer guten Stunde, um 16:00 Uhr, mein Tagesziel Lecce zu erreichen.

VFnS II – Tag 11: Torre Santa Sabina – Brindisi

Kilometer/Schritte heute: 34,1 / 45.345
Kilometer/Schritte VFnS II: 454,3 / 640.200
Kilometer/Schritte VFnS gesamt: 911,6 / 1.305.960
Wetter: bewölkt 27C°
Unterkunft: Hotel Colonna 60,0€ oF

Frühstück gab es heute leider keines, da der Urlauberort komplett wie ausgestorben war. Jetzt nach der Urlaubsaison haben in solchen Orten sämtliche Geschäfte geschlossen und nur einige wenige Hotels geöffnet. Dafür gab es wieder einen wunderschönen Sonnenaufgang und einen dreistündigen Spaziergang dem Strand entlang sowie zwischen den Dünen durch. Danach musste ich einer unbefahrenen Landstrasse bis nach Brindisi folgen. Dort enterte ich in einem Vorort gegen 13:00 Uhr den ersten Supermarkt und besorgte mir ein halbes Hähnchen mit Bratkartoffeln sowie zu trinken. Ich hatte sehr großen Hunger, da ich meine sämtlichen Vorräte am Abend zuvor komplett aufgebracht hatte und den ganzen Vormittag nichts zu essen hatte. Danach musste ich noch ca. eine Dreiviertelstunde gehen bis ich mein Hotel erreichte. Nach Versorgung meiner Ausrüstung, ich konnte sogar endlich nach 11 Tagen meine Trekkinghose waschen und einer kräftigen Dusche, machte ich mich auf um die Stadt zu erkunden. Ich gönnte mir ein köstliches Eis, betrachtete die fast 300 Meter lange MSC Magnifia und schlenderte ziellos in der Gegend herum. Eigentlich hätte hier ja meine Reise enden sollen, da hier die Jerusalem-Pilger nach Albanien übersetzen. Ich fand jedoch eine ältere, die Originalroute nach Santa Maria di Leuca, welche mir noch drei Tage und weitere ca. 140 Kilometer beschert.

VFnS II – Tag 10: Monopoli – Torre Santa Sabina

Kilometer/Schritte heute: 51,9 / 72055
Kilometer/Schritte VFnS II: 420,2 / 594855
Kilometer/Schritte VFnS gesamt: 877,5 / 1260615
Wetter:sonnig/ bewölkt 27C°
Unterkunft: Hotel Victoria 53,1€ oF

Meiner Nase habe ich zu verdanken, dass ich heute doch noch zu einem Frühstück gekommen bin. Eigentlich hatte ich die Suche nach einer Bar bereits aufgegeben, da wehte der Duft von frisch Cornetti zu mir rüber. Mir kommt vor, dass alles was für mich nicht nach Meer riecht, ich derzeit besonders intensiv wahrnehme. Ich folgte also der Duftspur und fand tatsächlich ums Eck eine offene Bar. Nach dem Frühstück ging ich es deutlich motivierter an. Ich folgte der Küste und bog nach gut eineinhalb Stunden in das Landesinnere ab, um gegen 11:00 Uhr dann wieder an die Küste zurückzukehren. Nachdem es heute wieder ziemlich heiß war, füllte ich bei einer Bar meine Trinkreserven auf und kehrte mit 2 Liter Wasser mehr im Gepäck wieder zu den Olivenhainen zurück. Die Entscheidung war vollkommen richtig, da ich tatsächlich bis auf einen halben Liter Wasser alles trinken musste um nicht zu dehydrieren. Insgesamt waren es 4 Liter Wasser! Mehr als Dreiviertel vom heutigen Tag wanderte ich durch fast endlose Olivenhaine. Es waren allerdings keine Plantagen wie in den Tagen zuvor, sondern jahrhundert Jahre alte Bäume die, mit großem Abstand zueinander, auf Feldern und Wiesen standen. Es war traumhaft zu gehen. Komplette Stille, die maximal mit einem Auto pro Stunde unterbrochen wurde. Um meinen Füße für den Endspurt zu schonen folgt morgen mal eine kurze Etappe von 30 Kilometer nach Brindisi, wo ich dann vermutlich den ganzen Nachmittag ausspannen kann.