C2C – Tag 10: Civitella del Lago-Orvieto

Kilometer heute: 26,15
Kilometer gesamt: 275,45
Höhenmeter heute: +551 /-696
Höhenmeter gesamt: +7754 /-7135
Wetter: sonnig 23C°
Unterkunft: Hotel Posta 59,00€

Der heutige Tag begann genauso wie der gestrige geendet hatte: Hundegebell, Schüsse und mit weichem Untergrund auf Schotter- und Waldwegen. Allerdings nur zwei Stunden, also bis 09:00 Uhr. Da erreichte ich den Lago di Corbara, einen Stausee, welcher durch den Tiber gespeist wird.
Ab dem Stausee ging ich dann an einer kleinen Nebenstraße mit einer Verkehrsfrequenz von einem Auto pro Stunde. Ich hatte also quasi die Straße für mich alleine und konnte darauf gehen wie es mir gerade in den Sinn kam. Aber halt, heute war ja Sonntag. Da ist Fahrradnation wieder unterwegs. Aber halb so schlimm, mehr als 10 Radfahrer sah ich heute nicht.
Nach einer Mittagspause auf einem Feld, kam ich gegen 13:00 Uhr in Orvieto Scalo, dem unteren Teil der Stadt an. Ich enterte sofort die nächstbeste Bar und stärkte mich mit einem Caffè für den bevorstehenden Aufstieg.
Entgegen der geplanten Route fuhr ich nicht mit der Standseilbahn, sondern ging zu Fuß den Berg nach Orvieto hoch. Vergleichbar war der Aufstieg ungefähr mit der Festung Hohensalzburg.
Mein Hotel erreichte ich dann gegen 14:00 Uhr und nach Wäsche waschen sowie einer heißen Dusche machte ich mich dann eine Stunde später zu einer Hardcore-Stadtbesichtigung auf, die in ca. 4,5 Stunden dauerte.
Nach Assisi ist Orvieto die zweite Stadt auf dieser Reise, die es auf jeden Fall wert ist, ein zweites Mal (oder öfters) besucht zu werden.

C2C – Tag 9: Todi-Civitella del Lago

Kilometer heute: 21,10
Kilometer gesamt: 249,30
Höhenmeter heute: +775 /-770
Höhenmeter gesamt: +7203 /-6439
Wetter: sonnig 22C°
Unterkunft: La Casetta di Gloria 55,00€

Gestern erzählte mir noch Gloria, die Vermieterin meiner heutigen Unterkunft, dass ich heute am schönsten Wegabschnitt wandern werde. Ich dachte mir naja , das behauptet jeder von seiner Gegend, war aber ein wenig darauf gespannt was mich erwarten würde.
Mein Tag begann heute mal um 07:00 Uhr, da nur knapp 20 Kilometer am Programm standen. Ich verließ Todi und wanderte, wie schon auch die Tage davor, auch kleinen unbefahrenen und asphaltierten Nebenstraßen. Knapp vor der Hälfte der Wegstrecke wollte ich mich damit abfinden, mich doch nicht am schönsten Abschnitt zu befinden, als mich plötzlich das Navi in ein kleines Waldstück abbiegen ließ. Ab diesen Moment war es eine wahre Freude zu wandern. Ich war fast nur mehr auf Waldwegen unterwegs, die nur von zwei kleinen Ortschaften unterbrochen wurden.
Kurz vor meinem Ziel mußte ich noch eine Wildschweintreibjagd durchqueren. Mitten am Weg standen im Abstand von 50 Meter vier Jäger, welche Schußbereit auf das ankommende Wild warteten, welches mittels Treiber und Jagdhunden vom Berg hinab getrieben wurde. Drei Minuten nachdem ich die Stelle passierte hatte, ging es dann los und Schüße hallten durch den Wald. Da hatte ich noch einmal Glück gehabt. Nicht auszudenken was gewesen wäre, wenn ich die drei Minuten später dran gewesen wäre.
Eine halbe Stunde später erreichte ich meine Unterkunft, wo ich bereits von Glorias Mama erwartet wurde. Ich bezog nicht nur ein Zimmer, sondern ich habe ein komplettes Apartment für mich ganz alleine.
Resumee des heutigen Tages: Der schönste Wegabschnitt. Bis jetzt. Weil die Toskana kommt ja noch und die ist bekanntlich schwer zu toppen.

C2C – Tag 8: Gualdo Cattaneo-Todi

Kilometer heute: 28,85
Kilometer gesamt: 228,20
Höhenmeter heute: +704/-725
Höhenmeter gesamt: +6428/-5669
Wetter: bewölkt 18C°
Unterkunft: Flora Hotel 70,00€

Ich würde sagen, daß sich das frühe Aufstehen heute doch gelohnt hat. Ich war zwar heute nicht so schnell wie gestern, den Höhenmetern geschuldet, unterwegs, aber die Leistung kann sich auf jeden Fall sehen lassen.
Frühstück gab es dieses Mal beim B&B als Selstbedienung und da gönnte ich mir gleich mal zwei Caffè zum Munter werden.
Danach folgte wieder der Abstieg in der Morgendämmerung, Hügel rauf und wieder runter, größerer Hügel rauf und ebenfalls runter und um 12.30 Uhr war ich bereits vor den Toren von Todi.
Auch hier mußte ich mich zum Abschluß wieder mal hochquälen, jedoch lag bei der Hälfte ein Supermarkt am Weg. Nachdem ich bereits ziemlich Hungrig war gönnte ich mir ein halbes Hähnchen.
Vorm Supermarkt machte ich es mir gemütlich und wollte gerade zu essen anfangen als mich eine Frau auf Englisch ansprach, ob ich der Christian Neff bin. Es stellte sich heraus, daß sie die Betreiberin vom B&B ist, welches ich für morgen gebucht habe und sie meine Berichte im Internet verfolgt. Ein witziger Zufall, der mich noch immer den Kopf schütteln lässt.
Gestärkt schaffte ich dann noch den restlichen Aufstieg und schlendert durch die Altstadt zum Hotel, welches sehr zentral, um die Ecke vom Piazza del Popolo liegt.

C2C – Tag 7: Assisi-Gualdo Cattaneo

Kilometer heute: 26,65
Kilometer gesamt: 199,35
Höhenmeter heute: +391/-387
Höhenmeter gesamt: +5724/-4944
Wetter: sonnig 22C°
Unterkunft: Dadotratto 48,60€

Irgendwie komisch. Derzeit ist immer schön abwechselnd ein Tag hui und ein Tag pfui. Also habe ich heute wieder einen der besseren Tage gehabt.
Bereits um 06:00 Uhr verließ ich, nach einem Frühstück in einer Bar, das schlafende Siena und ging talwärts. Es folgten danach wundervolle 18 Kilometer in einer Ebene, wo ich sprichwörtlich „Kilometerfressen“ konnte. Genau mein Ding! Zwischendurch gab es eine kurze Caffè-Pause und auf den letzten 4 Kilometer knapp 400 Höhenmeter Aufstieg, die ich aber heute ohne Probleme meisterte.
Um kurz nach 12:00 Uhr war ich bereits bei meiner Unterkunft, deponierte dort meinen Rucksack und besuchte die gegenüberliegende Bar zu einem Mittagssnack.
Es folgten Wäsche waschen und duschen, sowie die Umgebung erkunden, welche ungefähr die Größe von der Festung Hohensalzburg hat.
Nachdem mir das frühe Aufstehen Glück bei den Tagesetappen bringt, werde ich morgen ebenfalls wieder um 06:00 Uhr losmarschieren und auf einen perfekten Tag hoffen.

C2C – Tag 6: Nocera Umbra-Assisi

Kilometer heute: 26,60
Kilometer gesamt: 172,70
Höhenmeter heute: +965/-1035
Höhenmeter gesamt: +5334/-4557
Wetter: sonnig 22C°
Unterkunft: Hotel Roma 40,00€

Leider kann nicht jeder Tag so sein wie der Gestrige. Es fing damit an, daß ich mit dem Tragegefühl von meinem Rucksack überhaupt nicht zufrieden war. Es fühlte sich so an, als wäre meine Hüfte verschoben. Nach ein paar Kilometer mußte ich ihn einfach abnehmen und mir das Ganze mal anschauen. Und siehe da, aus unerklärliche Weise hat sich ein Lastkontrollriemen gelockert. Also alles richtig eingestellt und das erste Problem war aus der Welt geschafft.
Gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Aufstieg von drei Aufstiegen, welche mir heute überhaupt nicht taugten. Zu steil, zu heiß, zu viel Schweiß – Fazit: einfach zu untrainiert oder zuviel Kilometer in den Beinen.
Als weiteres Übel kam heute dazu, daß ich mindestens fünf mal eine Abzweigung verpasste, da diese nicht markiert waren. Also alles wieder zurück gehen oder durchs Unterholz abkürzen, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Das kostete leider alles unnötig Zeit, die ich zwar eh genug zur Verfügung habe, aber lieber anders nutzen würde.
Natürlich gab es aber auch heute was Positives: Meine Zielankunft um 15:00 Uhr in Assisi. Zufällig war heute der wichtigtste Feiertag dieser Stadt, der Sterbetag von Franz von Assisi und dementsprechend groß war auch der Rummel. Ich bin aber trotzdem einfach nur begeistert von dieser Stadt und war sicherlich nicht zum letzten mal hier.