24 Stunden von Straubenhardt 2016

Statistik:
Gesamtdistanz: 92,6km
Zeit Gesamt: 24h:01m
Nettogehzeit: 20h:54m
Durchschnittgeschwindigkeit: 4,40Km/h
Anstieg: 2714m
Abstieg: 2746m

7 Seen Wanderung

Statistik:
Gesamtdistanz: 107,5km
Zeit Gesamt: 28h:08m
Nettogehzeit: 21h:40m
Durchschnittgeschwindigkeit: 4,96Km/h

24h+ Burgenland Extrem Tour

Da war er nun, der erste Versuch heuer endlich die 100-Kilometer-Marke zu knacken. Kurz vorweggenommen, ich habe es geschafft, aber es war ziemlich „extrem“. Viel extremer als ich vermutet hatte! Aber von Anfang an:
Nach einer gemütlichen Anreise am Donnerstag Mittag mit Kerstin von meiner „Internationalen Wandergruppe Deutsch-Österreichische-Freundschaft“, kurz Gruppe DÖF, holten wir uns am Vorabend unser Starterpaket ab und füllten unsere Kohlenhydratspeicher mit Kaiserschmarren auf. Danach ging es zu unserem Apartment wo wir gut zwei Stunden brauchten um unsere Rucksäcke zu packen bzw. deren Inhalte ordentlich zu sortieren.
Zapfenstreich war dann gegen 21:00 Uhr, Tagwache um 03:00 Uhr. Nach einem kurzen Frühstück gingen wir zum Startpunkt beim Gemeindeamt und stellten uns schon mal ziemlich weit vorne auf, da wir Anfangs ein eher höheres Tempo absolvieren wollten.
Beim Start gesellte sich noch Markus, ein Bekannter von Kerstin, zu uns, der uns dann auch die komplette Zeit über begleitete. Um 04:30 Uhr erfolgte dann der Start und eine riesige Menschenmasse von 1718 Personen setzte sich radfahrend, laufend sowie gehend in Bewegung. Am Anfang war es ziemlich unangenehm zu gehen, da sehr wenig Platz um uns herum war, jedoch zog sich die Menschenschlange mit jeden Kilometer nach und nach auseinander. Nach ca. 2,5 Stunden waren wir bereits in Ungarn und konnten kurz darauf unseren ersten Sonnenaufgang bei dieser Tour erleben.
Bei unserer ersten mobilen Versorgungsstation an der es Tee, Milchbrot, Kekse und Bananen gab, fing auf einmal meine linke Ferse leicht zu schmerzen an. Ich schenkte dem eher wenig Beachtung, beschloss aber mir das bei der nächsten Pause näher anzuschauen und vorsorglich eventuell ein Blasenpflaster aufzukleben. Vorsorglich brauchte ich dann nichts mehr zu machen, sondern es war bereits höchste Zeit, da sich bereits eine grosse Blutblase gebildet hatte. Und das nach erst 27 Kilometern! Auch hatte ich bereits am Innenrist beider Füsse Scheuerstellen, welche ich ebenfalls verpflegen musste. Dank Compeed spürte ich die Blase überhaupt nicht mehr. Die Innenriste musste ich nach ca. 12 Kilometer anderes abkleben und war danach die komplette Strecke, zumindest bei den Füssen schmerzfrei unterwegs.
Das Wetter war sonnig und kalt, jedoch bei Tageslicht angenehm zu gehen wenn nicht der elendige Asphalt sowie die monotone Landschaft gewesen wären. Wenigstens ließ sich der Veranstalter als Abwechslung etwas einfallen: Ein Kleinflugzeug, welches eine wehende Nachricht mit dem Tourmotto, „LIVE LOVE MOVE“, hinter sich herzog.
Wir erreichten bereits schon ziemlich lädiert nach 11 Stunden die Stadt Apetlon, welche den Halbzeitpunkt der Strecke markierte und freuten uns auf unsere erste warme Mahlzeit. Zwar waren in der Vorabinformation Würstel angekündigt, insgeheim hofften wir aber auf Kohlenhydrate in Form von Nudeln oder Reis. Denkste! Ich würgte also die Frankfurter-Würstel runter, Kerstin und Markus nahmen nur mit einer Semmel vorlieb, da beide Vegetarier sind. Vermutlich waren nur wir drei mit dieser Verpflegung unzufrieden, da wir einen Vergleich zu anderen Veranstaltungen im letzten Jahr hatten. Die Motivation war am absoluten Tiefpunkt und dies sollte dann leider die Teilnehmerin unserer Runde später zur Aufgabe zwingen.
Bevor wir losgingen zog ich mir noch mitten im Speisesaal die Hosen runter, um meine Oberschenkelmuskulatur mit Pferdebalsam einzureiben, da die Muskeln bereits am abkühlen waren und zu krampfen begannen. Als wir uns wieder auf den Weg machten dämmerte es bereits und wir vertrieben uns die Zeit bis zur nächsten warmen Verpflegungsteile in einem Kaffee im 15 Kilometer entfernten Podersdorf mit Musik aus dem iPhone. Pausen machten wir so gut wie keine mehr, da jedes Stehenbleiben sofort die Muskeln auskühlen ließ was wiederum Kämpfe verursachte.
Nachdem wir uns bei einer Tasse Kaffee aufgewärmt hatten, mussten wir auch schon wieder los, da es zeitlich knapp mit der letzten Verpflegungsstelle wurde, welche um 24:00 Uhr ihre Pforten schliessen würde. Wir haben es dann irgendwie geschafft Punkt Mitternacht in Neusiedl am See anzukommen. Ein herzliches Dankeschön an die dortigen freiwilligen Helfer, welche Mitleid mit uns hatten und uns bis 01:00 unsere Pause gönnten. An der Gerstlsuppe gab es dieses Mal überhaupt nichts auszusetzen. Nahrhaft, wärmend und aufbauend.
Beim Weggehen kam uns noch ein Wiener Names Georg unter, den wir sofort in unsere Gruppe integrierten und die letzten 25 Kilometer mitnahmen. 85 Kilometer waren bis zum jetzigen Zeitpunkt absolviert und jetzt wurde es so richtig kalt. Nicht einmal meine Skifäustlinge schafften es mehr meine Finger bei  -14°C ordentlich zu wärmen.
Bei Kilometer 92 war dann leider für Kerstin Schluß. Sie konnte einfach nicht mehr weiter und gab auf. Wir warteten noch gemeinsam mit ihr auf den Shuttle-Service und zogen dann in der klirrenden Kälte weiter.
Eigentlich konnte ich auch nicht mehr. Mein Körper war total ausgelaugt, alles schmerzte und mir war einfach nur kalt. Der Wille, jedoch, es zu schaffen war grösser als alles andere. Die mentale Stärke, welche ich mir auf meinen Touren angeeignete hatte, konnte ich endlich einmal voll ausschöpfen. Ich war nur mehr wie in Trance unterwegs.
Wo mein hundertster Kilometer war, kann ich nicht sagen. Eigentlich wollte ich am Navigationsgerät einen Screenshot machen, aber ich konnte einfach nicht mehr meine Handschuhe ausziehen.
Es wurde endlich wieder langsam hell und wir konnten den zweiten Sonnenaufgang auf dieser Tour genießen und bereits den Ortsrand von Oggau sehen.
Die letzten Meter durchs Dorf wurden zu einer Art Triumphmarsch und gegen 08:00 Uhr konnte ich endlich als einer von 551 Finishern, im Finisher Room Platz für mein Zielfoto nehmen.
PS: Ein riesiges Lob und Danke an alle Helfer, die stets ein freundliches und aufbauendes Wort für uns übrig hatten.
Statistik:
Gesamtdistanz: 110,11Km
Zeit Gesamt: 27h:29m
Nettogehzeit: 21h:53m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 5,03Km/h

Salzburg (Wals) – Schwanenstadt

Danke an alle, die mich in St. Pölten gefragt haben, ob ich zu Fuß da wäre. Nach der 33. Frage stand mein Entschluss fest: Ich gehe nach Schwanenstadt! Die Route war relativ schnell geplant und so machte ich mich am Vorabend des Spieles um 18:30 Uhr auf den Weg. Ein kleiner Umweg führte mich beim Platz in Maxglan vorbei, dort schoss ich schnell ein Foto von der neuen Tribüne, begutachtete die aktuellen Umbauarbeiten und setzte meinen Weg fort. Ich marschierte entlang des belebten rechten Salzachufers sowie am Alterbach nach Gaglham, wo ich bei Sonnenuntergang meine erste Pause einlegte. Weiter ging es, in der Abenddämmerung und im Schein des Mondlichts, über Kasern, Berg, Hallwang und Eugendorf zur nächsten Pause, Punkt Mitternacht, nach Fenning. Ich machte es mir auf einer Bank gemütlich und absolvierte mein Pausenritual: Schuhe und Socken ausziehen, Füße massieren, Kalorien aufnehmen, eine Zigaretten rauchen, Füße eincremen, Socken und Schuhe anziehen und weiter marschieren. Unterbrochen wurde das Ritual durch eine Schrecksekunde. Vor mir bewegte sich etwas in der Wiese. In Panik kramte ich meine Stirnlampe aus dem Rucksack, schaltete diese ein und erblickte einen Igel, der, dieses Mal von mir erschreckt, schnell seinen Weg ins schützende Unterholz fortsetzte. Nach einer guten Stunde ging es, da der Mond hinter Wolken verschwand, mit der Stirnlampe am Kopf weiter. Alleine in der Nacht gehen ist nicht so meins. Besonders bei Waldstrecken mit undefinierbaren Geräuschen und bellenden Füchsen bekomme ich teilweise ein mulmiges Gefühl. Der einzige Vorteil jedoch ist, dass ich dadurch an Tempo zulege und so flogen die Ortschaften Matzing, Neufahrn, Wertheim, Pfongau und Lengroid nur so an mir  vorbei. Meine nächste Pause absolvierte ich genau an der Landesgrenze zwischen Salzburg und Oberösterreich. Da die Temperatur mittlerweile nur mehr 12°C betrug und ich auszukühlen drohte ging ich bereits nach einer halben Stunde weiter. Mittlerweile waren die Wolken wieder verschwunden und ich entschloss mich ohne Stirnlampe, nur im Mondschein, weiterzugehen. Zwischen Oberhofen am Irrsee und Hochfeld setzte die Dämmerung ein und ich hatte endlich die Nacht überstanden. Ich musste noch gut 1,5 Stunden gehen bis ich endlich um 06:35 Uhr in Frankenmarkt, nach bereits insgesamt 54,2 Kilometer, in einer Bäckerei frühstücken konnte. Leider machte, gerade als ich meinen wohlverdienten Kaffee trinken wollte, mein Kreislauf schlapp und ich legte mich vorsorglich auf die Sitzbank auf der ich gerade saß um einem Blackout vorzubeugen. Nach ca. 5 Minuten stabilisierte sich mein Kreislauf und ich konnte weiter frühstücken. Da mir meine Kreislaufschwäche ziemlich peinlich war, beeilte ich mich, verliess die Bäckerei und setzte meine Pause bei der Ortskirche fort. Wieder bei Kräften marschierte ich in den Vormittag. Mein Weg führte mich über Vöcklamarkt nach Timelkam. Weitgehend auf Schotterwegen und entlang der dürren Ager, welche ich einmal über eine Furt überqueren musste. Mittlerweile war es Mittag, bereits ziemlich heiß und ich freute mich schon auf meine Mittagspause in Timelkam. Den ganzen Vormittag hatte ich Appetit auf eine Leberkässemmel, jedoch lag in Timelkam kein entsprechendes Geschäft am Weg. Umwege wollte ich keine gehen und so zog es mich Richtung Vöcklabruck. Eigentlich hätte dies mein heutiges Reiseziel sein können, nachdem aber Austria Salzburg im Stadion Vöcklabruck nicht mehr willkommen ist, blieb mir nur ein wehmütiger Blick Richtung Flutlichtmasten.  Meine Stimmung hellte jedoch sofort beim Anblick eines Spar-Marktes auf. Das Mittagessen war schnell gekauft und so konnte ich endlich gegen 13:00 Uhr, nach 76,6 Kilometer, im Stadtpark meine Mittagspause einlegen. Die letzten 14 Kilometer, welche mich über Attnang-Puchheim führten waren dann eigentlich nur mehr eine Qual. Die Sonnen brannte ohne Erbarmen auf mich herab und ich musste mir zum Schluss meine Trinkreserven nochmals gut einteilen. Zeitreserven hatte ich eigentlich mehr als genug, auch konnte ich mehr und längere Pausen machen, ich wollte es jedoch nur mehr hinter mich bringen und rasch ankommen. Um 16:40 Uhr war es dann endlich soweit, und ich hatte, heuer bereits zum vierten Mal, wieder eine 24 Stunden-Wanderung geschafft…

Statistik:
Gesamtdistanz: 90,62Km
Zeit Gesamt: 22h:10m
Nettogehzeit: 17h:25m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 5,2Km/h
Aufstieg: 1517m
Abstieg: 1575m