VF III – Tag 7: Sarzana – Pietrasanta

Kilometer heute: 45,0
Kilometer VF III: 231,0
Kilometer VF gesamt: 849,7
Wetter: sonnig/bewölkt 12C°
Unterkunft: Albergo Stipino 50,00€ oF

Bin heute bereits um 06:00 (Sommerzeit) aufgebrochen, da ich irgendwie eine Vorahnung hatte, dass es heute mit einem Bilderbuchsonnenaufgang klappen könnte. Und ich hatte recht. Der Himmel war klar und kurz nach 07:00 ging die Sonne über dem „Marmorgebirge“ auf. Nach 15km auf der Bundesstrasse und zahllosen Steinmetz- und Bildhauerbetrieben wurde mir das Ganze wieder mal zu langweilig und ich wählte eine Alternativroute auf der „Strada del Vino“ durch die Weinberge oberhalb von Massa. Der Ausblick war hier vom feinsten, links die Marmorbrüche von Carrara und rechts Massa sowie Marina di Massa und dem Meer. Kurz nach 10:00 war es dann so weit. Ich liess meine Hüllen fallen, sprich die Hosenbeine wurden von der Trekkinghose abgezippt und ich ging mit kurzen Hosen weiter. Unglaublich, vor nicht einmal drei Tagen habe ich noch mit Eis und Schnee gekämpft und jetzt habe ich die Temperaturen, die ich mir eigentlich für die ganze Reise erwartet habe. Mittagspause machte ich unter einer zerfallenen Ruine einer kleinen Burg und gegen 15:00 Uhr erreichte ich dann mein Tagesziel Pietrasanta. Es wurden wieder mal ein paar Kilometer mehr, aber besser was gesehn zu haben, als ständig der Bundesstrasse entlang zu gehen.

VF III – Tag 6: Aulla – Sarzana

Kilometer heute: 16,0
Kilometer VF III: 186,0
Kilometer VF gesamt: 804,7
Wetter: regnerisch 8C°
Unterkunft: Albergo La Villetta 40,00€ oF

Heute war wieder mal eine kurze, jedoch anspruchsvolle Etappe dran. Auf kleinen Pfaden ging es insgesamt 959m bergauf und 993m bergab. Erschwerend kam dazu, dass es seit in der Früh beim weggehen regnete. Eigentlich wollte ich mehr als geplant gehen, aber ein heftiger Regenguss 3km vor Sarzana änderte wieder meine Meinung. Der Regenponcho half hier auch nicht mehr viel und so war ich komplett bis in die Unterwäsche nass. Auch in den Schuhen hatte ich jeweils ca. einen halben Liter Wasser. So nahm also ich das erste am Weg liegende Hotel und war echt froh, dass man mir in dem Zustand wie ich daher kam ein Zimmer gab. Vermutlich aus Mitleid bekam ich noch dazu einen Nachlass von 10€. Laut Wettervorhersage soll es morgen ein weniger besser werden. Ich lasse mich mal überaschen und hoffe das Beste, da morgen wieder eine längere Etappe mit 34km bevorsteht.

VF III – Tag 5: Pontremoli – Aulla

Kilometer heute: 28,0
Kilometer VF III: 170,0
Kilometer VF gesamt: 788,7
Wetter: nieseln 8C°
Unterkunft: Albergo Pasquino 50,00€ oF

Wenigstens wird es jetzt wieder wärmer, weil Schnee möchte ich für längere Zeit nicht mehr sehen. Auch nicht daheim in Salzburg. Laut dem Rezeptionisten regnet es hier bereits seit 2 Wochen und daher war ich froh, dass mich heute nur ein leichtes Nieseln begleitete. Viel war heute leider nicht los. Die Wege abseits der Strasse sind entweder schlammig oder sie dienen zum Abtransport von Schmelz- bzw. Regenwasser. Highlight des Tages waren gleich zwei Furtüberquerungen. Einmal mit Schuhe ausziehen und mit den Badeschlapfen durchwaten und einmal mit Balanceakt auf Flusssteinen die ich aber erst selbst ins Wasser reinwerfen bzw. positionieren musste. Aulla erreichte ich gegen 15:00 und natürlich war auch gleich das erste Hotel mein. Ich muss ehrlich sagen, dass mir bei der Hotelsuch die Erfahrung aus den zwei ersten Etappen unter anderen ziemlich weiterhilft. War ich bei der ersten Etappe noch ein bis zwei Stunden auf Hotelsuche, so wird jetzt aufgrund vorheriger Recherche das Hotel direkt angesteuert.

VF III – Tag 4: Berceto – Pontremoli

Kilometer heute: 23,0
Kilometer VF III: 142,0
Kilometer VF gesamt: 760,7
Wetter: neblig/graupeln/nieseln/regnerisch -1C° bis +2C°
Unterkunft: Hotel Napoleon 65,00€ mF

Nachdem das heutige Tagespensum eher unspektakulär gewesen wäre, habe ich mir für heute eine „Sonderprüfung“ auferlegt. Gleich nach dem Frühstück bin ich bei -1C und Nebel bei einer Sichtweite von unter 30 Meter losgegangen. Eigentlich hätte ich heute den ganzen Tag auf der Strasse verbracht, jedoch entdeckte ich beim Kartenstudium am Vorabend eine Wegvariante über den Monte Valoria mit einer Höhe von 1246 Metern. Nur Verrückte wählen zu dieser Zeit und unter diesen Bedingungen diese Variante, weil die Strecke aufgrund der Schneedecke nicht ersichtlich ist. So spurte ich also teilweise bis zu Knien im Schnee den Weg. Ich denke die nach mir (falls es jene zu dieser Zeit gibt) werden es mir danken. Habe mich leider einmal verlaufen und stand plötzlich irgendwo im Nirgendwo, jedoch fand ich dank Navi auf die richtige Strecke zurück. Mit dem Navi habe ich dann zur Sicherheit ca. alle 15 Minuten meine Position kontrolliert und benötigte dann letztendlich für die Strecke von 5 Kilometern 3 Stunden. Ich muss aber sagen, dass mir das wert war. Eine Stunde nach dem Abstieg erreichte ich dann den Cisa-Pass und steuerte gleich zum aufwärmen in eine Bar, wo ich auch noch eine Kleinigkeit zu mir nahm. Um 13:00 gings dann zum letzten 18 Kilometer langen Abschnitt sowie von 1041 auf 241 Höhenmeter immer bergab. Aufgrund der nassen Schuhe, Socken und Füsse legte ich einen Zahn zu, jedoch kam ich leider in einen Regenguss bei dem sämtliche restlichen Körperteile nass wurden. Die Tradition mit dem ersten Hotel wurde zum Glück fortgesetzt, weil viel länger hätte ich es in der nassen Kleidung eh nicht mehr ausgehalten.

VF III – Tag 3: Medesano – Berceto

Kilometer heute: 45,5
Kilometer VF III: 119,0
Kilometer VF gesamt: 737,7
Wetter: bewölkt/neblig 4C°
Unterkunft: Albergo da Rino 60,00€ HP

Alle guten Dinge sind drei? oder Kneippen am morgen vertreibt Kummer und Sorgen? oder wie schaffe ich in 3 Tagen das Pensum von 4? Alle 3 Fragen sind eintroffen, aber der Reihe nach: Das Morgenritual war genau das Selbe wie gestern, sprich ich war bereits um 06:45 auf dem Weg. Nach ca. 5km musste ich jedoch zum ingesamt dritten mal einer Furt weichen. Also umdrehen und weiter in die selbe Richtung, wo ich dann auf eine überflutete Unterführung traf. Ein durchwaten mit den Wanderschuhen war nicht möglich, da die Wassertiefe ca. 35cm betrug. Ich ergab mich auch hier meinem Schicksal und machte mich wieder auf den Weg. Nach ein paar gegangenen Metern jedoch und der Errinnerung von der Überquerung eines Nebenarmes des Po im letzten Oktober, drehte ich wieder um. Schuhe und Socken ausziehen, Hose hochstülpen, Badeschlapfen anziehen, Handtuch vorbereiten und schon gings los. Es waren ca. 30 Meter des eiskalten Grauens im trüben Brachwasser! Aber egal, endlich mal eine Herausforderund im Survivalstil bestanden. Weiter ging es dann ohne weiteren Pobleme und so erreichte ich gegen 11:00 Sivizzano wo ich dann meine Mittagspause machte, als Stärkung für kommenden Höhenmeter. Ich hatte nämlich gestern noch nach Studium der Wetterdaten beschlossen bis Berceto zu gehen, um einen bevorstehenden Wetterumschwung am Donnerstag beim Aufstieg in höhere Gefilde zu entgehen. Und ich sollte bestätigt werden. Steilstes Gelände mit Geröll, tiefen Schlamm, Schnee und teilweise kleine Sturbäche die sich ihren Weg auf den Pfaden suchten. Insgesamt waren es ab Sivizzano 2310 Höhenmeter, die ich bergauf und bergab zu absolvieren hatte. Gegen 18:30 war ich dann völlig erschöpft in Berceto und hatte gleich, wie gestern, beim ersten Hotel Glück. Mit den Mehrkilometern gestern und heute habe ich bereits einen ganzen Tag eingearbeitet, den ich vermutlich in Florenz verbringen werde.